Da die historische Schreibschrift heute nur noch von wenigen Menschen flüssig gelesen werden kann, initiierte Max Raeder ein umfangreiches Transkriptionsprojekt für die »Chronik der Hofmark Hohenburg im Isarthal« von Stephan Glonner aus dem Jahr 1867. Genau 150 Jahre nach der ursprünglichen Fertigstellung der Chronik konnte die Transkription 2017 abgeschlossen werden.
Von 2016 bis 2017 übertrugen 15 ehrenamtliche, schriftkundige Freiwillige im Alter von 40 bis 90 Jahren die gesamte Handschrift in den Computer. Ergänzt wurde die Umschrift durch ein Quellen- und Abkürzungsverzeichnis sowie ein umfangreiches Personen- und Sachregister. Im Verlauf eines guten Jahres hat die Projektgruppe 435 Seiten transkribiert und so digital durchsuchbar und für Jeden und Jede zugänglich gemacht. Es ist außerdem äußerst zweckdienlich, künftigen Forschern eine Übertragung sowie eine digitale Reprografie vorlegen zu können und so das Original zu schonen.

PDF-Download
Die vollständige Transkription der »Chronik der Hofmark Hohenburg im Isarthal« steht hier als PDF zum Download bereit.
Inhalt der Chronik
Die 435 Seiten umfassende Handschrift ist eine umfangreiche Stoffsammlung zur Orts-, Herrschafts-, Kirchen- und Familiengeschichte des Isarwinkels. Sie reicht von den ältesten überlieferten Notizen aus dem Jahr 15 v. Chr. bis ins Jahr 1867 und behandelt schwerpunktmäßig die Besitzer der Hohenburg seit 1180 sowie die Hofmarksherren bis zur Auflösung der Hofmark 1848. Die letzten 80 Seiten enthalten wertvolle Listen zu Amtspersonen, Opfern von Schwedeneinfall und Pest, Stiftungen sowie Genealogien.
Das Original
Die originale Glonner-Chronik, in altdeutscher Schreibschrift verfasst, befindet sich im Eigentum des Historischen Vereins für das bayerische Oberland in Bad Tölz und wird im Stadtarchiv Bad Tölz aufbewahrt. Wir danken beiden Institutionen für die konstruktive Zusammenarbeit.
Hinweis:
Hochauflösende Fotos des Originals, zu Vergleichszwecken, sind auf Anfrage von uns erhältlich.




Wer war Stephan Glonner?

Stephan Glonner wurde 1828 in Bad Tölz geboren und war zeitlebens der Heimatgeschichte des Isarwinkels verpflichtet. Als Pfarrer von Lenggries (1878–1883) initiierte er zahlreiche soziale Projekte; darunter das Gemeindekrankenhaus, eine Wasserleitung und die Gemeindesparkasse. Parallel dazu erstellte er akribisch geführte Pfarrfamilienbücher für zahlreiche Gemeinden des Isarwinkels (u. a. Lenggries, Jachenau, Walchensee, Gaißach, Wackersberg, Fischbach) und gilt bis heute als bedeutendster Familien- und Heimatforscher der Region. In seiner Zeit als Benefiziat auf Schloss Hohenburg bei Lenggries entstand die vorliegende Chronik der Hofmark Hohenburg.